Buddha, Tara & Co am Himalaya und in Zürich

In den letzten Jahren waren Rosmarie und ich hie und da in Ländern unterwegs, in denen Buddhistinnen und Buddhisten leben. Als Mehrheit oder als Minderheit. Wir erkundeten ein Stück von Burma, von Laos und Vietnam, von Japan und von Indien auch unter dem Aspekt der Religionen und Philosophien vor Ort.

Im Jahr 2018 widmeten wir zwei Reisen dreimal dem tibetischen Buddhismus. Das Himalaya-Königreich Bhutan besuchten wir vom 20. April bis 8. Mai von Ost nach West auf der einzigen Hauptstrasse, die quer durch das Land führt. Vom 27. September bis 20. Oktober bereisten wir einen kleinen Teil von Tibet und Nepal. Im Zentrum standen für uns Besuche zahlreicher Klöster und Tempel.

Zwei grosse Reportagen plus ein kurzer pfarrblatt-Artikel zu Bhutan sowie zu Tibet und Nepal sind hier nachzulesen.

Wer keine Möglichkeit hat, Reisen in die oben genannten Weltgegenden zu unternehmen, doch am Buddhismus interessiert ist, der und die kann nach Zürich ins Museum Rietberg fahren. Es zeigt bis 31. März 2019 die Ausstellung „Nächster Halt Nirvana – Annäherungen an den Buddhismus“. Anhand von Kunstwerken und Infotafeln gibt das Museum einen kleinen Einblick in die Anfänge des Buddhismus in Indien. Erzählt wird von dessen Ausbreitung nach China, in die Region des Himalaya, nach Japan, Südostasien und in die Schweiz.

Wir besuchten im Süden Nepals, im indisch-nepalischen Grenzgebiet, Lumbini, den Geburtsort des Siddharta Gautama, der später Buddha Shakyamuni, der schweigende Weise aus dem Geschlecht der Shakya, genannt wurde. Geburts- und Todesjahr sind jedoch nicht eindeutig festzumachen. Die einen nennen die Jahre 563 bis 483 als dessen Lebenszeit. Andere datieren Buddha 100 Jahre später ins 5. und 4. vorchristliche Jahrhundert. (Und nochmals andere äussern Zweifel daran, dass Siddharta Gautama gelebt hat.) Jedenfalls liegt in Lumbini ein Stein im Mayadevi-Tempel. Er zieht die Aufmerksamkeit auf sich, da Buddha auf ihm von seiner Mutter unter einem Salbaum geboren worden sei.
Erst rund 500 bis 400 Jahre nach seinem Tod schrieb man erste Berichte zu seinem Leben nieder. Dazu kamen im Lauf der Zeit weitere Erzählungen. Bis heute werden diese Episoden in ähnlicher Form in allen buddhistischen Ländern Asiens nacherzählt sowie in Tempeln und Klöstern nachgemalt. Sie erklären, warum und wie aus dem Prinzen Siddhartha ein Buddha wurde. Ob er tatsächlich ein Prinz war, ist jedoch ebenfalls umstritten.
Uns faszinierten in manchen Klöstern Bibliotheken, voll von alten Schriften. Man kann unter den Bücher-Galerien durchgehen, wenn man sich klein macht. Entweder beugt sich der Mensch von heute alten grossen Weisheiten oder er trägt symbolisch das Wissen der Welt auf seinem Rücken ein Stück weit mit.

Mit dem Verständnis heutiger Geschichtsschreibung kommen wir Buddha nicht näher. Das gilt ja auch für Jesus von Nazareth und andere berühmte Gestalten früherer Zeiten. Wirkungs-Geschichten sind wichtiger, kulturelle Phänomene.

Das Bild vom Wagen prägt zwei wichtige Zweige des Buddhismus: der grosse Wagen (Mahayana) und der kleine Wagen (Theravada). Aus dem Mahayana entwickelte sich der Vajrayana als dritter Weg. Er ist eine ab dem 4. Jahrhundert in Indien entstandene Strömung, die besonders die buddhistischen Traditionen auf dem Hochland von Tibet und auf der Südseite des Himalaya in Bhutan prägte sowie den Buddhismus in der Mongolei. Vielfalt macht die Buddhisten aus.

Um Ideologie geht es einem Buddhisten, einer Buddhistin nicht. Die Endung –ismus wird der Lehre nicht gerecht. Eher muss Leere erlebt werden: „vom Nichts die Fülle“. Leid überwinden, Schmerz überwinden, Begierden, den Tod. Buddha bedeutet „der Erwachte“, der „Erleuchtete“. Erwachen aus Täuschungen. Denn was ist, ist eigentlich Illusion. Dahinter findet sich Leere. Um so weit zu kommen, braucht es Meditation, Meditation und nochmals Meditation. Harte Arbeit. Das Nirwana schliesslich ist die Aufhebung aller Polaritäten.

Tönt philosophisch. Im Alltag haben wir auf unseren Reisen am Himalaya normales Leben und Unterwegssein auf anspruchsvollen Wegen beobachtet. Einen Alltag, der u.a. geprägt ist von hohen und höchsten Bergen, von Subsistenzwirtschaft – und von der fortschreitenden Klimaerwärmung bis dort hinauf, wo der Schnee wohnt.
Die Reportagen aus Bhutan, Tibet und Nepal geben einen kleinen Einblick.

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