Bilder-Ausstellung

Um Bilder anzuschauen, lade ich Sie weder ins Kunstmuseum Bern noch in eine städtische Galerie ein. Ich rufe vielmehr Bilder in Ihnen wach. Konkret geht es um Ihre Kirchenbilder. Ich meine nicht Heiligenbildchen, die Sie vielleicht, wenn Sie in meinem Alter sind, in Ihrer Jugend von Kapuzinern auf Aushilfe bekamen. Ich denke an Vorstellungen, die Sie sich von Kirche machen, wenn Sie sie abbilden, zeichnen oder beschreiben würden. Sind es mächtige Kirchtürme, barocke Innenräume oder kleine Bergkapellen. Sind es Priester oder Ordensschwestern, die Sie begeistert oder empört haben? Ist es ein Beichtstuhl, den Sie nach Ihrer Kindheit nie mehr betraten? Ist es ein Kloster, in dem Sie ein paar ruhige Tage zur Erholung verbrachten? Sind es Sitzungen eines Pfarreirates oder eines Kirchgemeinderates, in denen Sie energisch diskutierten? Oder haben Sie sich über Jahre im Frauenbund engagiert oder in jungen Jahren in der Jubla? Singen Sie im Kirchenchor mit? Wahrscheinlich nehmen Sie jetzt noch weitere Bilder aus einem „Kasten“ hervor. Manche sind verstaubt, andere beschädigt. Welche können Sie noch problemlos anschauen? Vielleicht fällt Ihnen das Fastenopfer ein, das Sie jährlich unterstützen. Vielleicht machen Sie gute Erfahrungen in der ökumenischen Zusammenarbeit in Ihrer Stadt, in Ihrem Dorf. Ich weiss nicht, ob Sie ein- oder zweimal in Taizé waren und immer noch begeistert davon erzählen. Möglicherweise engagieren Sie sich in einem sozialen Projekt Ihrer Pfarrei.

Das Bild einer Tausendfüsslerin dürfte sich wohl nicht in Ihrer Bilder-Sammlung befinden. Es kommt jedoch in meiner Ausstellung vor. Unter dem Titel „Eine Tausendfüsslerin stolpert durch die Gegend“ habe ich einen Text mit 12 Seiten verfasst. Er beleuchtet ebenfalls einige Bilder von Kirche. Mir gefällt das Symbolbild Tausendfüsslerin. Es thematisiert einiges davon, auf das ich Sie im ersten Abschnitt angesprochen habe. Nicht gerade 1000 Bilder müssen es sein, die in einer Bilder-Ausstellung gezeigt werden. Für manche Menschen genügt ein einziges, grossformatiges Werk, das Eindruck macht. Andere bevorzugen eine Serie von kleineren Bildern, thematisch geordnet.

In meinem Text schreibe ich von belasteten Bildern und von eher unerwarteten. Jubelgesänge und Halleluja-Rufe stimme ich nicht an. Nüchtern versuche ich, auf mehr als eine Dimension von Kirche hinzuweisen, ganz im Bild einer Tausendfüsslerin.

Klicken Sie hier, wenn Sie meine Bilder-Ausstellung interessiert.

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