Ein Land mit Klosterburgen und hohen Bergen

Reisen. Lesen. Schreiben. Und wieder reisen. Zuerst nach Indien, in den Nordosten nach Guwahati, der Hauptstadt des Bundesstaates Assam. Im hinduistischen Kamakhya-Tempelkomplex mit Pilgernden eintauchen in ein buntes, fröhliches, lautes, geschäftstüchtiges Durcheinander. In wenigen Flugstunden ist ein Ankommen in einer für mich so anderen Religion, Gesellschaft & Kultur möglich. Ich freue mich darauf. Den schweizerischen Alltag hinter sich lassen und Assam-Tee trinken.
Guwahati ist Ausgangspunkt der Reise nach Norden durch die Brahmaputra-Ebene. Sie wird unsere kleine Gruppe zur Grenze nach Bhutan und hinüber führen.

Das Königreich Bhutan, flächenmässig fast so gross wie die Schweiz, wird wieder Berührungen mit einer anderen Religion, Kultur & Gesellschaft bringen. Wir werden buddhistische Dzongs (Klosterburgen) statt Hindutempel besuchen. Wir werden ruhige Gelassenheit statt indischen Trubel erleben. Wir begegnen Menschen, die als Kleider knielange Ghos (Männer) und Kiras (Frauen) tragen. Wir kommen in das „Land der Donnerdrachen“, das Lebensqualität in Form von Bruttosozialglück ausdrückt.
Weniges lese ich im Vorfeld. Vor Ort heisst es: schauen, riechen, hören, staunen, notieren. Landschaften, Bergklöster, Geschichte, Gegenwart erwandern, erfahren.

Unsere Reiseroute führt uns im Kleinbus und zu Fuss auf Pilgerwegen vom Osten Bhutans in den Westen. Wir dürfen beim Ort Trashigang das Gora Kora-Festival im gleichnamigen Kloster besuchen, ein farbenfrohes sinnenhaftes Frühlingsfest. Nur wenige Touristen sollen zu sehen sein. Noch ist Bhutan ein Geheimtyp…

Gespannt bin ich auch auf jenes Tagesprogramm, das uns von 570 m „Tiefe“ ins Bergland von Zentralbhutan hinaufführt zum Thrumshing-La auf 3’750 m Höhe. Auf der Passhöhe sind bei guter Sicht Himalaya-Riesen zu sehen. Denn wir sind im Himalaya-Königreich unterwegs, im Osten auf der Südseite des 3000 km langen Hochgebirgssystems, das die maximale Breite von 350 km aufweist.
Der Himalaya, der „Wohnsitz des Schnees“, ein magisches Wort für Bergsteiger.

Wenn wir Glück (Bruttosozialglück!) haben, sehen wir den Gipfel des Gangkar Phuensum, mit 7’570 m ü. M. Bhutans höchsten Berg. Es gilt als heiliger Berg. Seine Besteigung ist darum nicht erlaubt, er soll der höchste bisher nie bestiegene Gipfel der Erde sein.

Werden wir Himalaya-Riesen aus der Nähe sehen?

In Kirgistan, auf der letzten längeren Reise, bekam ich Sechs- und Siebentausender des Tien Shan-Massivs leider nur aus der Ferne zu sehen, oben am Issy-Kul.

Um uns auf hohe Berge einzustimmen, fuhren Rosmarie und ich am 15. April mit den E-Bikes auf der „62“ von Bern ein paar Kilometer hinauf via Unter- und Oberulmiz zum Schulhaus oberhalb Zimmerwald. Aus dem Chüeliwilwald herauskommend blieb uns ein „Wow!“ fast im Hals stecken: so überwältigend das Berg-Panorama von links nach rechts. Schneeberg an Schneeberg. Ganz links das Pilatus-Massiv. Weit rechts die Kaiseregg. Dazwischen Eiger, Mönch, Jungfrau. Nach links Wetterhorn, Hohgant und Trogenhorn. Das Tannhorn. Die Schrattenfluh. Nach rechts die Blüemlisalp, der Niesen. Die Stockhornkette mit Chrummfadenfluh, Gantrisch und Ochsen. Eine tolle Bergkette!

In Bhutan einem Stück Himalaya zum Greifen nah sein – ein Bubentraum erfüllt sich.
Falls das Wetter nicht mitspielt, buddhistisch gelassen in einem Dzong meditieren.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert